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Bio-FAQ für den Import von Öko-Lebensmitteln

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Ab wann kann ich Bio-Produkte vermarkten?

Mit der Vermarktung von Öko-Produkten kann begonnen werden, wenn die erste Inspektion durchgeführt wurde und das Unternehmen durch die GfRS bei der zuständigen Landesbehörde angemeldet wurde.

Was ist beim Import von Bio-Waren aus EU-Staaten zu beachten?

Die EU-Öko-Basisverordnung stellt an den Import aus EU-Mitgliedstaaten keine weiteren Anforderungen als an den Zukauf von Produkten von Lieferanten mit Sitz in Deutschland. Aus der Europäischen Union stammende, unter den Anwendungsbereich der EU-Öko-Basisverordnung fallende Produkte dürfen nach Artikel 34 dieser Verordnung im EU-Binnenmarkt frei gehandelt werden. (Liste der EU-Kontrollstellen und -behörden mit ihren Codenummern, Stand März 2014)

Wie funktioniert der Import aus Ländern der Drittlandsliste?

Argentinien, Australien, Costa Rica, Indien, Israel, Japan, Kanada, Korea, Neuseeland, die Schweiz, Tunesien und die Vereinigten Staaten von Amerika gelten nach dem Anhang III der fortgeschriebenen VO (EG) Nr. 1235/2008 als Drittländer. Für den Import von Waren aus diesen Staaten hat die Kommission ein vereinfachtes Importverfahren geschaffen.

Die Kontrollstelle, die im Drittland den Exporteur bzw. Letztverarbeiter kontrolliert, stellt für jede exportierte Warenpartie ein standardisiertes Formular aus ("Kontrollbescheinigung für die Einfuhr von Erzeugnissen aus Ökologischem Landbau"). Das Verzeichnis von nach gleichwertigen Öko-Standards arbeitenden Drittlands-Öko-Kontrollstellen (Verzeichnis anerkannter Drittländer und Verzeichnis anerkannter gleichwertiger Öko-Kontrollstellen) finden Sie im fortgeschriebenen Anhang III der VO (EG) Nr. 1235/2008 (Stand Dezember 2016).

Das Zertifikat enthält in Feld 11 Name und Anschrift des Importunternehmens und in Feld 10 Name und Anschrift des Unternehmens, das die Ware physisch in Empfang nimmt, meist ein Lagerhalter.Dieses Formular wird der GfRS vor dem Import zur Anmeldung vom Importeur zugesandt.

Bei der Einfuhr der Waren in die EU überprüfen die Zolldienststellen in der EU die Öko-Auslobung der Importpartien. Bei der Abfertigung zum zollrechtlich freien Verkehr legt das Einfuhrunternehmen das Original der Kontrollbescheinigung dem Zoll vor.

Wie funktioniert der Import durch gleichwertig anerkannte Kontrollstellen?

Für Länder, die nicht in der Drittlandsliste aufgeführt sind, hat die EU-Kommission dort tätige Öko-Kontrollstellen in einer von der EU-Kommission zu führenden Liste "gleichwertiger" Öko-Kontrollstellen aufgeführt. Im fortgeschriebenen Anhang IV der  VO (EG) Nr. 1235/2008 sind die "gleichwertigen" Öko-Kontrollstellen mit den Drittländern und Erzeugniskategorien, für die sie anerkannt wurden, aufgelistet: Verzeichnis von nach gleichwertigen Öko-Standards arbeitenden Drittlands-Öko-Kontrollstellen - Verzeichnis anerkannter Drittländer und Verzeichnis anerkannter gleichwertiger Öko-Kontrollstellen (Anhang III und IV der VO (EG) Nr. 1235/2008,  Stand Dezember 2016).

Die Kontrollstelle, die den Exporteur bzw. Letzverarbeiter im jeweiligen Drittland kontrolliert, stellt für jede exportierende Warenpartie ein standardisiertes Formular aus ("Kontrollbescheinigung für die Einfuhr von Erzeugnissen aus Ökologischem Landbau"). Das Zertifikat enthält in Feld 11 Name und Anschrift des Importunternehmens und in Feld 10 Name und Anschrift des Unternehmens, wo die Ware gelagert wird. In Feld 12 muss eine Partiekennzeichnung enthalten sein. Vor der Verzollung übermittelt das Einfuhrunternehmen der GfRS eine Kopie dieser Kontrollbescheinigung.

Bei der Einfuhr der Waren in die EU überprüfen die Zolldienststellen in der EU die Öko-Auslobung der Importpartien. Bei der Abfertigung zum zollrechtlich freien Verkehr legt das Einfuhrunternehmen das Original der Kontrollbescheinigung dem Zoll vor.

Wie können importierte Bio-Produkte gekennzeichnet werden?

Ökologische Erzeugnisse aus Ländern, die nicht der Europäischen Union angehören, können mit allgemeinen Hinweisen auf den ökologischen Landbau beworben werden.

Durch die Durchführungsverordnung (EU) Nr. 508/2012 ergeben sich neue Codierungen für Kontrollstellen bei Drittlandsimporten. Erläuterung des Nummern-Systems

Das EU-Bio-Logo kann verwendet werden. Die Verwendung ist aber nicht zwingend vorgeschrieben, wie bei EU-Bio Ware. Wird das EU-Bio-Logo verwendet muss auch die Code-Nummer der Kontrollstelle und die Herkunftskennzeichnung (EU-Landwirtschaft, Nicht-EU-Landwirtschaft, EU-/Nicht-EU-Landwirtschaft) angegeben werden.

Das EU-Bio-Logo kann unter http://ec.europa.eu/agriculture/organic/eu-policy/logo_de  heruntergeladen werden.

 

BiosiegelAuch Importware darf weiterhin nach der Anmeldung der Siegelnutzung bei der BLE mit dem Biosiegel gekennzeichnet werden. Für die Nutzung des Biosiegels können Sie Ihr Unternehmen kostenlos anmelden unter: www.biosiegel.de

Wie läuft die Bio-Zertifizierung ab?

Betriebsbeschreibung
Das Zertifizierungsverfahren nach EU-Bio-Recht und Öko-Landbaugesetz beginnt mit der Erstellung einer Betriebsbeschreibung Betriebsbeschreibung und der Rücksendung des Formulars und der dazugehörigen Anlagen an die GfRS. Die Betriebsbeschreibung dient uns zur Vorbereitung des ersten Audits und erfasst die für uns wichtigen Grunddaten zu Ihrem Unternehmen.

Erstaudit
Das erste Audit führen wir nach der Rücksendung der Betriebsbeschreibung an die GfRS durch. Während dieses Besuchs werden Ihre Angaben in der Betriebsbeschreibung mit den Gegebenheiten vor Ort verglichen und Fragen zu den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau und zur Bio-Zertifizierung besprochen. Es wird überprüft, ob die Anforderungen der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau in Ihrem Unternehmen eingehalten werden und welche Abläufe gegebenenfalls noch verbesserungswürdig sind. Außerdem wird ein Zertifizierungsvertrag abgeschlossen und das Meldeformular für die zuständige Behörde ausgefüllt.

Zertifizierung
Im Auditbericht sind Maßnahmen aufgeführt, die Sie zukünftig einhalten müssen, damit in Ihrem Unternehmen die Anforderungen der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau eingehalten werden. Anschließend, wird durch die Gesellschaft für Ressourcenschutz eine Zertifizierungsentscheidung getroffen. Wenn die Anforderungen der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau erfüllt sind, stellen wir Ihnen eine Bescheinigung (Zertifikat) aus. Diese Bescheinigung (Zertifikat) ist in der Regel mit einer Gültigkeitsdauer bis zum Ende des Folgejahres ausgewiesen.

Die GfRS veröffentlicht alle ihre Bio-Zertifikatsinhaber auf der Internet-Plattform www.bioc.info. In dieser Datenbank können sie den Zertifizierungsstatus Ihrer Lieferanten überprüfen.

Folgeaudits
Folgeaudits werden angekündigt und unangekündigt durchgeführt. Ihre Häufigkeit richtet sich nach der Risikoklasse, in die Ihr Unternehmen von der GfRS eingestuft wurde. Es wird geprüft, ob Ihr Unternehmen auch weiterhin die Vorschriften der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau erfüllt.

Es ist wichtig, dass Sie uns wesentliche Änderungen im Unternehmen auch schon vor dem nächsten Audit schriftlich mitteilen. Wichtige Änderungen sind für uns beispielsweise die Aufnahme neuer Verarbeitungsverfahren oder weiterer Tätigkeiten und Adressänderungen.

Was muss bei der Lagerung von Bio-Produkten beachtet werden?

Für die Lagerung von Öko-Produkten benötigen Sie keinen separaten Lagerraum. Wichtig ist, dass sowohl die biologischen Rohwaren als auch die biologischen Fertigprodukte eindeutig identifizierbar sind (z.B. durch Lagerung in Originalgebinden). Eine Vermischung bzw. eine Verwechslung mit Nicht-Bio-Produkten sowie eine Kontamination mit unzulässigen Stoffen müssen ausgeschlossen sein. Die Trennung kann beispielsweise durch eine eindeutige Kennzeichnung eines Regals oder eines Lagerplatzes erfolgen.

Welche gesetzlichen Grundlagen sind von Bedeutung?

Die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau gibt es seit 1991 (EU-Rechtsvorschriften). Sie schützen europaweit Bezeichnungen wie "ökologisch", "biologisch", "organisch" oder gleichbedeutende Begriffe, wenn diese bei der Kennzeichnung von Lebens- und Futtermitteln verwendet werden. Sie dürfen nur verwendet werden, wenn diese Erzeugnisse nach den Vorgaben der EU-Öko-Basisverordnung und ihrer Durchführungsbestimmungen hergestellt wurden. Die EU-Öko-Basisverordnung erfasst lebende, unverarbeitete Agrarerzeugnisse sowie verarbeitete Produkte, die überwiegend aus pflanzlichen oder tierischen Rohstoffen bestehen und für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, Futtermittel und vegetatives Vermehrungsmaterial und Saatgut.

Über die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau hinaus gibt es in Deutschland zudem noch das Öko-Landbaugesetz (07.12.2008), das die Regelungen der EU-Öko-Verordnung national umsetzt, das Öko-Kennzeichengesetz (20.01.2009) und die Öko-Kennzeichenverordnung (30.11.2005). Die beiden letztgenannten Regelungen schützen das Biosiegel.

Welche Kosten entstehen?

Die Abrechnung unserer Zertifizierung erfolgt aufwandsbezogen nach dem GfRS-Leistungskatalog für AHV, Verarbeitungsunternehmen, Importeure, Futtermittelhersteller und Handelsunternehmen.

Wo kann ich mehr erfahren?

Links für Importeure
http://www.oekolandbau.de/haendler/
Handelsbereich des Ökolandbau-Portals mit vielen Informationen zur Marktentwicklung, Beschaffung und Verkaufspraxis

http://www.oeko-regelungen.de/

Informationen über die gesetzlichen Regelungen und wichtigsten Verbandsrichtlinien für Öko-Produkte in den für Deutschland relevanten Import- und Exportmärkten.