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AKTUELLES

Neues EU-Bio-Recht ab 2021

Am 1. Januar 2021 tritt die neue EU-Öko-Verordnung in Kraft. Die EU-Öko-Basisverordnung VO (EG) Nr. 2018/848 vom 30. Mai 2018 ist dann das Grundgesetz für die Bio-Branche. Bis dahin gilt die aktuelle EU-Öko-Verordnung (VO 834/2007).

 

Expertenwissen zum neuen EU-Öko-Recht – einfach erklärt!

In 8 Lerneinheiten bringen wir Ihnen den neuen Rechtstext Schritt für Schritt näher – ganz bequem und egal wo sie gerade sind: daheim, im Büro oder unterwegs. Die Online-Lernplattform org-lex.eu, die die BLQ zusammen mit der GfRS zur Verfügung stellt, finden Sie unter https://www.org-lex.eu . Wenn Sie Interesse an einer Kursteilnahme haben, wenden Sie sich bitte an e-learning@remove-this.gfrs.de.

 

Nichts ist so beständig wie die Veränderung

Der EU-Rechtsrahmen für die ökologische Produktion wird seit dem Inkrafttreten der ersten EU-Öko-Verordnung im Jahr 1993 stetig ergänzt oder überarbeitet.

Einer ersten großen Überarbeitung wurde das Bio-Recht 2007 und 2008 unterzogen. Bereits 2014 begann eine weitere Revision, die 2018 in die Veröffentlichung neuen Öko-Basisverordnung (VO 2018/848) beendet wurde.

Am Sekundärrecht der VO (EU) 2018/848 wird noch gearbeitet. Bis Mitte 2020 müssen noch wichtige Regelungen ergänzt werden, zum Beispiel konkrete Festlegungen zu Ställen und Ausläufen für Bio-Tiere, zu Listen zugelassener Bio-Betriebsmittel oder -Lebensmittelzutaten sowie präziseren Anforderungen an die Öko-Kontrolle und an die Bio-Importe aus Drittländern. Erst wenn das Bio-Recht mit den ausstehenden Regeln ergänzt und vollständig ist, bietet die neue Öko-Verordnung Rechtssicherheit für Betriebe und Unternehmen.

 

Erweiterung des Geltungsbereiches
Neben lebenden und unverarbeiteten Erzeugnissen einschließlich Saatgut und Pflanzenvermehrungsmaterial, verarbeiteten Lebens- und Futtermitteln sowie Produkten aus Aquakultur und Imkerei wurden weitere landwirtschaftsnahe Erzeugnisse in den Geltungsbereich der Verordnung aufgenommen, darunter zum Beispiel Bienenwachs, Salz, Mate, Baumwolle, Wolle sowie Häute.

 

Bio-Pflanzen brauchen echten Boden
Bio-Pflanzen müssen auf gewachsenem Boden wachsen, das gilt im Freiland wie im Gewächshaus. Gärtner dürfen aber weiterhin Jungpflanzen in extra Behältnissen sowie Topfkräuter und Zierpflanzen in Pflanztöpfen aufziehen und anbieten.

 

Saat- und Pflanzgut
Künftig kann auch Saatgut, das nicht als Sorte definiert ist, aber unter Öko-Bedingungen erzeugt wurde, gehandelt und genutzt werden.Noch bis Ende 2035 sollen Landwirte und Gärtner konventionelles Saatgut zukaufen dürfen, wenn es in Öko-Qualität nicht verfügbar ist. Diese Frist soll 2028 noch einmal überprüft werden.

 

Angebot von Biotieren
Auch für Bio-Tiere soll es künftig eine Datenbank geben, mit deren Hilfe geprüft werden kann, ob Tiere aus Bio-Aufzucht verfügbar sind. Der konventionelle Zukauf soll wie beim Saatgut nur bis Ende 2035 erlaubt sein. Diese Frist soll 2028 noch einmal überprüft werden.

 

Mehr regionales Futter für Biotiere
Es soll mehr Futter aus dem eigenen Betrieb oder - wenn dies nicht möglich ist - aus regionaler Kooperation stammen. Bei Pflanzenfresser soll dieser Anteil 70 % ab 2023 sein, für Schweine und Geflügel 30 % des Futters ab 2021. Bis 2025 dürfen Bio-Tierhalter noch konventionelles Eiweiß an Ferkel und Küken verfüttern - mit Verlängerungsmöglichkeit.

 

Geflügelhaltung: Wintergarten rechnet nicht mehr zur Stallfläche
Wintergärten (Veranda) für Legehennen sollen zwar als Teil des Stalles in der Öko-Verordnung verankert werden. Allerdings ist geplant, sie weder auf die Stallfläche anzurechnen noch als Auslaufersatz anzuerkennen. War ein ständiger Zugang zum Wintergarten möglich, konnte die Fläche bisher zur Stallfläche dazu gerechnet werden.

 

Verarbeitung – Nanopartikel, Aromen, Ionenaustauscher
Der Einsatz von Nanomaterial in Bio-Lebensmitteln ist nicht erlaubt. Strenger geregelt wird die Verwendung von konventionellen Aromen. Neue Vorschriften gibt es auch für die Herstellung von Öko-Aromen. Die gesetzlich vorgeschriebenen Vitamine und Mineralstoffe dürfen Bio-Babyprodukten zugesetzt werden. Der Einsatz von Ionenaustauschern soll auf Babynahrung beschränkt werden - allerdings mit einer Übergangsfrist für andere Nahrungsmittel. Dies ist noch nicht abschließend geklärt.

 

Links zum Thema

Der Verordnungstext
EU-Öko-Basisverordnung VO (EG) Nr. 2018/848 vom 30. Mai 2018

Die Zukunft des Bio-Landbaus (Website der Europäischen Kommission)
https://ec.europa.eu/info/food-farming-fisheries/farming/organic-farming/future-organics_de

Informationen zum neuen Biorecht des BÖLW
https://www.boelw.de/themen/eu-oeko-verordnung/neues-biorecht/

Die neue Bioverordnung: Änderungen für Verarbeiter
https://www.oekolandbau.de/verarbeitung/bio-zertifizierung/rechtliche-grundlagen/die-neue-bioverordnung-aenderungen-fuer-verarbeiter/

Alexander Beck: Die neue Bio Basis-Verordnung (EU) 2018/848
https://www.aoel.org/wp-content/uploads/2019/04/2019_02-Lebensmittel-und-Recht_Revision.pdf

AÖL: 10 Irrtümer zur Öko-VO – Richtig gestellt!
https://www.aoel.org/10-irrtuemer-zur-oeko-vo-richtig-gestellt/