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Bio-FAQ für den Import von Öko-Lebensmitteln

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Ab wann kann ich Bio-Produkte vermarkten?

Mit der Vermarktung von Öko-Produkten kann begonnen werden, wenn das Unternehmen nach der ersten Inspektion das Auswertungsschreiben der GfRS mit der Bescheinigung (Bio-Zertifikat) erhalten hat.

Was ist beim Import von Bio-Waren aus EU-Staaten zu beachten?

Beim Import von Produkten aus EU-Mitgliedstaaten sind die Anforderungen dieselben wie beim Zukauf von Produkten von Lieferanten mit Sitz in Deutschland (Ausnahme Rumänien s.u.). Aus der Europäischen Union stammende, unter den Anwendungsbereich der EU-Rechtsvorschriften für den Ökologischen Landbau fallende Produkte dürfen im EU-Binnenmarkt frei gehandelt werden.

Die einzige Ausnahme bildet Rumänien. Hier müssen durch die Kontrollstelle des Lieferanten Partiebescheinigungen ausgestellt werden.

Wie funktioniert der Import aus Ländern der Drittlandsliste?

Argentinien, Australien, Chile, Costa Rica, Indien, Israel, Japan, Kanada, Korea, Neuseeland, die Schweiz, Tunesien und die Vereinigten Staaten von Amerika gelten nach dem Anhang III der fortgeschriebenen VO (EG) Nr. 1235/2008 als Drittländer. Für den Import von Waren aus diesen Staaten hat die Kommission ein vereinfachtes Importverfahren geschaffen.

Der Bio-Status von aus Drittländern importierter Ware wird über Kontrollbescheinigungen nachgewiesen (Anhang V der VO (EG) Nr. 1235/2008). Diese Kontrollbescheinigungen müssen für jede importierte Partie durch die Kontrollstelle des Exporteurs in dem EU EDV-System Traces NT erstellt werden. Die Kontrollstelle erstellt ein Original, welches von Hand unterzeichnet wird und dem Zoll bei der Einfuhr vorgelegt werden muss. Auch der Zoll muss dieses Dokument im Original unterzeichnen. Parallel wird die digitale Version der Kontrollbescheinigung (COI) in TRACES vom Zoll unterzeichnet. Nach der Verzollung erfolgt die Dokumentation des Erstempfangs auf dem COI. Erst danach kann die importierte Ware als Bio-Ware vermarktet werden.

Die GfRS muss über jede in die Gemeinschaft eingeführte Partie unterrichtet werden. Dies erfolgt in der Regel automatisch über TRACES NT. Nur bei einem Ausfall des Systems, muss der Import  per E-Mail gemeldet werden.

Wie funktioniert der Import durch gleichwertig anerkannte Kontrollstellen?

Für Länder, die nicht in der Drittlandsliste aufgeführt sind, hat die EU-Kommission dort tätige Öko-Kontrollstellen in einer von der EU-Kommission zu führenden Liste "gleichwertiger" Öko-Kontrollstellen aufgeführt. Im fortgeschriebenen Anhang IV der  VO (EG) Nr. 1235/2008 sind die "gleichwertigen" Öko-Kontrollstellen mit den Drittländern und Erzeugniskategorien, für die sie anerkannt wurden, aufgelistet: Verzeichnis von nach gleichwertigen Öko-Standards arbeitenden Drittlands-Öko-Kontrollstellen - Verzeichnis anerkannter Drittländer und Verzeichnis anerkannter gleichwertiger Öko-Kontrollstellen (Anhang III und IV der VO (EG) Nr. 1235/2008,  Stand Juni 2020).

Das Verfahren ist dasselbe, es wird ebenfalls ein in TRACES erstelltes COI für die Importpartie benötigt.

Wie können importierte Bio-Produkte gekennzeichnet werden?

Ökologische Erzeugnisse aus Ländern, die nicht der Europäischen Union angehören, können mit allgemeinen Hinweisen auf den ökologischen Landbau beworben werden.

Durch die Durchführungsverordnung (EU) Nr. 508/2012 ergeben sich neue Codierungen für Kontrollstellen bei Drittlandsimporten. Erläuterung des Nummern-Systems

Das EU-Bio-Logo kann verwendet werden. Die Verwendung ist aber nicht zwingend vorgeschrieben, wie bei EU-Bio Ware. Wird das EU-Bio-Logo verwendet muss auch die Code-Nummer der Kontrollstelle und die Herkunftskennzeichnung (EU-Landwirtschaft, Nicht-EU-Landwirtschaft, EU-/Nicht-EU-Landwirtschaft) angegeben werden.

Weitere Informationen auf ec.europa.eu

 

BiosiegelAuch Importware darf nach der Anmeldung der Siegelnutzung bei der BLE mit dem Biosiegel gekennzeichnet werden. Für die Nutzung des Biosiegels können Sie Ihr Unternehmen kostenlos anmelden unter: https://www.oekolandbau.de/bio-siegel/

Wie läuft die Bio-Zertifizierung ab?

Auftrag und Betriebsbeschreibung
Auf unserer Homepage können Sie sich einfach für die Bio-Zertifizierung anmelden. Mit Hilfe der "Übersicht Betriebsbeschreibung" stellen Sie uns allen erforderlichen Unterlagen wie z.B. Lageplan, Sortimentsliste und Warenflussdiagramm zur Verfügung. Diese Dokumente dienen uns zur Vorbereitung des ersten Audits.

Erstaudit
Das erste Audit führen wir nach der Prüfung der Unterlagen der Betriebsbeschreibung durch. Zunächst wird ein Zertifizierungsvertrag abgeschlossen und das Meldeformular für die zuständige Landes-Öko-Behörde vervollständigt. Danach wird überprüft, ob die Anforderungen der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau in Ihrem Unternehmen eingehalten werden. Offene Fragen werden besprochen und erforderlichenfalls Maßnahmen vereinbart, die im Unternehmen umgesetzt werden müssen, damit die Bio-Zertifizierung erfolgen kann.

Zertifizierung
Nach dem Audit erhalten Sie eine Auswertung, in der ggf. Maßnahmen aufgeführt sind, die sicherstellen, dass die Anforderungen der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau eingehalten werden. Anschließend wird durch die GfRS eine Zertifizierungsentscheidung getroffen. Wenn die Anforderungen der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau erfüllt sind, stellen wir Ihnen eine Bescheinigung (Zertifikat) aus.

Die GfRS veröffentlicht wie zahlreiche weitere Öko-Kontrollstellen ihre Bio-Zertifikatsinhaber auf der Internet-Plattform www.bioc.info

Folgeaudits
Folgeaudits werden angekündigt und unangekündigt durchgeführt. Ihre Häufigkeit richtet sich nach der Risikoklasse, in die Ihr Unternehmen von der GfRS eingestuft wurde. Es wird geprüft, ob Ihr Unternehmen auch weiterhin die Vorschriften der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau erfüllt.

Bitte teilen Sie uns wesentliche Änderungen im Unternehmen auch schon vor dem nächsten Audit schriftlich mit. Wichtige Änderungen sind für uns beispielsweise die Aufnahme neuer Verarbeitungsverfahren, neue Dienstleister in der Bio-Wertschöpfungskette oder Anschriftenänderungen.

Was muss bei der Lagerung von Bio-Produkten beachtet werden?

Biologische Erzeugnisse müssen jederzeit eindeutig identifizierbar sind (z.B. durch Lagerung in Originalgebinden). Eine Vermischung bzw. eine Verwechslung mit Nicht-Bio-Produkten sowie eine Kontamination mit unzulässigen Stoffen müssen ausgeschlossen werden. Die Trennung kann beispielsweise durch eine eindeutige Kennzeichnung eines Regals oder eines Lagerplatzes erfolgen, umgefüllte Zutaten müssen eindeutig beschriftet werden, gerne mit dem Originaletikett versehen.

Lagerhalter, die in Ihrem Auftrag importierte Partien annehmen und lagern bzw. weiter aufbereiten (Erste Empfänger), müssen für diese Tätigkeit zertifiziert sein.

Welche gesetzlichen Grundlagen sind von Bedeutung?

Die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau gibt es seit 1991 (EU-Rechtsvorschriften). Sie schützen europaweit Bezeichnungen wie "ökologisch", "biologisch", "organisch" oder gleichbedeutende Begriffe, wenn diese bei der Kennzeichnung von Lebens- und Futtermitteln verwendet werden. Sie dürfen nur verwendet werden, wenn diese Erzeugnisse nach den Vorgaben der EU-Rechtsvorschriften für den Ökologischen Landbau hergestellt wurden. Sie gilt für lebende, unverarbeitete Agrarerzeugnisse sowie verarbeitete Produkte, die überwiegend aus pflanzlichen oder tierischen Rohstoffen bestehen und für den menschlichen Verzehr bestimmt sind, Futtermittel und vegetatives Vermehrungsmaterial und Saatgut.

Über die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau hinaus gibt es in Deutschland zudem noch das Öko-Landbaugesetz (07.12.2008), das die Regelungen der EU-Öko-Verordnung national umsetzt, das Öko-Kennzeichengesetz (20.01.2009) und die Öko-Kennzeichenverordnung (30.11.2005). Die beiden letztgenannten Regelungen schützen das Biosiegel.

Welche Kosten entstehen?

Die Abrechnung unserer Zertifizierung erfolgt aufwandsbezogen nach dem GfRS-Leistungskatalog Bio-Zertifizierung.

Wo kann ich mehr erfahren?