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Bio-FAQ für Weinbau

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Wenn Sie mehr wissen wollen, rufen Sie uns an. Hotline: 0551 - 370 753 47

Wer darf Bio-Produkte vermarkten?

"Bio" und "Öko" sind bei Agrarerzeugnissen, Lebensmitteln, Futtermitteln und besimmten landwirtschaftsnahen Erzeugnissen geschützte Begriffe. Wer seine Produkte so kennzeichnet, muss an einem besonderen Zertifizierungverfahren teilnehmen und es wird regelmäßig überprüft, ob die Vorgaben der EU-Bio-Verordnung eingehalten werden. Auf dem Zertifikat, das nach der Prüfung ausgestellt wird, ist vermerkt, für welche Produkte bzw. Produktkategorien Bio-Hinweise verwenden werden dürfen.

Hier finden Sie Links zur EU-Öko-Verordnung und Erläuterungen.

Wie lange dauert die Umstellungszeit?

Im Bereich der Erzeugung von Bio-Produkten sind Umstellungszeiten einzuhalten, damit sich Boden und Pflanzen an die neuen Bedingungen anpassen können. Voraussetzung für eine Anerkennung der Umstellungszeit ist, dass die Bestimmungen der EU-Bio-Verordnung eingehalten werden. Die Umstellungszeit beginnt i.d.R. mit der Meldung der Fläche zum Kontrollverfahren.

1. Jahr
Noch kein Bio-Hinweis für Erzeugnisse möglich.

2. Jahr
Ab 12 Monate nach Umstellungsbeginn ist ein Hinweis auf die Umstellung möglich: "Wein aus der Umstellung auf den ökologischen Landbau". Eine Anreicherung von Umstellungstrauben darf nur mit Bio-Süßreserve oder Umstellungs-Süßreserve erfolgen. Wird Bio-Zucker verwendet, darf das Endprodukt nicht mehr mit Bio-Hinweis vermarktet werden.

3. Jahr
36 Monate nach Umstellungsbeginn kann die Ernte mit einem Bio-Hinweis versehen werden.

Was muss ich bei der Etikettierung von Weinen beachten?

Wein, Perlwein und Sekt werden mit dem EU-Bio-Logo gekennzeichnet (Merkblatt EU-Bio-Logo).

Das deutsche Bio-Siegel darf ebenfalls verwendet werden, weiterhin aber nicht für Umstellungsware.

Ist eine Kennzeichnung mit dem Warenzeichen eines Öko-Anbauverbandes geplant, sind die Verbandsrichtlinien zu beachten.

Welche Verfahren, Stoffe und önologische Behandlungsmittel dürfen für die Bio-Weinbereitung verwendet werden?

Für den Ausbau von Weinen gelten die Anforderungen des Anhang V Teil D der VO (EU) Nr. 2021/1165

Für bereits füllfertig ausgebaute Weine, die vor dem 01.01.2022 hergestellt wurden, wird weiterhin der Anhang VIIIa (EG (VO) 889/2008) zugrundegelegt.

Worauf muss ich bei der Weinverarbeitung achten?

Bestimmte Verarbeitungsschritte sind bei der Bio-Weinbereitung verboten.
Hierzu gehören unter anderem:

·         Erhitzung des Erzeugnisses über 75°C

·         Teilweise Konzentrierung durch Kälte

·         Entschwefelung durch physikalische Verfahren (auch bei Süßreserve!)

·         Behandlung durch Elektrodialyse zur Weinsteinstabilisierung

·         Teilweise Entalkoholisierung von Wein

·         Behandlung mit Kationenaustauschern zur Weinsteinstabilisierung

Auch der Gesamt-SO2-Gehalt (gemessen auf die gefüllte, verkaufsfertige Flasche) wird bei ökologisch erzeugten Weinen begrenzt:

·         Rotweine unter 2 g/l Restzucker - maximal 100 mg/l

·         Weißweine und Roséweine unter 2 g/l Restzucker – maximal 150 mg/l

 

Ist eine Kennzeichnung mit dem Warenzeichen eines Öko-Anbauverbandes geplant, sind die Verbandsrichtlinien zu beachten.

Wo kann ich mehr erfahren?

Links für Winzer

Bio-Anbauverbände:
www.ecovin.de, www.bioland.de, www.demeter.de

Beratung für den Ökologischen Weinbau:
www.dlr-rnh.rlp.de, www.oekolandbau.rlp.de, brw-eltville.de/dez-weinbau/

Staatliches Weinbauinstitut Freiburg, Merzhauser Straße 119, 79100 Freiburg
Matthias Wolff, Johannes Hügle
Tel. 0761/40165-989, Fax: 0761/40165-70, boew@remove-this.wbi.bwl.de
Matthias Wolff: 0170/7947059, Johannes Hügle: 0160/90772705